Grunämä Torf - eine neue Kronauer Leckerei!

08.10.2026

Grunämä Torf -  eine neue Kronauer Leckerei!

Während der Kronauer Delegationsreise zur Partnergemeinde Hohndorf kam die Idee auf, ein Kronauer Gebäck ins Leben zu rufen. Daniela Wurster, 1. Vorsitzende des Sportschützenvereins Kronau und amtierende Faschingsprinzessin, nahm den Impuls auf und machte sich ans Werk.

Heraus kam eine gehaltvolle dunkle Leckerei, die den Namen „Kronauer Torf“ trägt.

Eine der ersten Kostproben durfte Bürgermeister Frank Burkard an einem seiner letzten Tage im Kronauer Rathaus aus der Hand von Martin Wurster, Ehemann der Bäckerin und amtierender Faschingsprinz entgegen nehmen.
Aber warum der Name „Grunäma Torf“?

Bekanntlich verfügt Kronau über vieles, aber eben kein Torfmoor.

Licht in das Dunkel brachte der rührige Ortschronist und ehemalige Gemeinderat Roland Just.
Tatsächlich verfügt Kronau nämlich über eine Torfabbau-Tradition. In den tiefergelegenen Niederungen zwischen Mingolsheim und Kronau erstreckten sich nämlich dereinst ausgedehnte, feuchte Flachmoore. Hier wurde, z.B. wie im bekannteren Neudorfer Moor im 18. und 19. Jahrhundert intensiv Torf als billiger Brennstoff gestochen, um den akuten Holzmangel in der Region auszugleichen und um mit dem Torf Anpflanzerde aufzuwerten.

Für die lokale Bevölkerung war dies eine extrem harte, schweißtreibende Sommerarbeit im feuchten, von Stechmücken geplagten Sumpfgelände. Dieser Torfabbau hat sich sogar im Brauchtum der Region verewigt. Die historische Plagerei der Torfstecher lieferte den Ursprung für den traditionsreichen Ortsnicknamen der Kronauer: die Mobäre (Moorbären). Nach der lokalen Überlieferung arbeiten die Torfstecher wegen der Sommerhitze im Sumpf mit minimaler Kleidung. Wenn die unzähligen Stechmücken mit den torfverschmierten Händen auf der Haut abgewehrt wurden, wurden die Arbeiter von Stunde zu Stunde dunkler und schmutziger, bis sie am Feierabend wie braune Bären aus dem Moor heraustraten.
Die Kronauer Karnevalsgesellschaft e.V. (KroKaGe) führt den Namen Mobäre noch immer stolz bis heute.

Nach Auskunft von Daniela Wurster ist vorgesehen den Grunämä Torf erstmals beim Weihnachtsmarkt zum Verzehr anzubieten. Man darf gespannt sein, wie die Kreation ankommt, die in Farbe und Konsistenz durchaus an Torf erinnert. (Armin Einsele)

 
 
 
 

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