Zwei Filme durch die Generationen Initiative Kronau GIK

23.10.2018

(von Frieder Scholtes) Ja, wenn das Leben immer so lustig wär, wie die Geschichte mit ernsthaftem Hintergrund, die uns Bettina Oberli in ihren Film „Die Herbstzeitlosen“ erzählte. Die Vorführung, die von der GenerationenInitiative Kronau (GIK), unterstützt von der Gemeindeverwaltung Kronau, im Rahmen des Europäischen Filmfestivals der Generationen gezeigt wurde, traf die Betrachter, die zumeist der älteren Generation angehörten, im Kern. Allzu gerne hätte die eine oder andere Zuschauerin den Mut der Figuren im Film und die Courage der Hauptdarstellerin Martha gehabt.

Dass die Allgemeinheit mit festgetretenen Traditionen und Vorurteilen bestimmt, was sich gehört oder nicht, lässt manches Vorurteil gegenüber den älteren Mitbürgern ausufern. Das geschah auch der 80jährigen Martha, die, als ihr Mann verstorben war, die Pfade der christlichen Gemeinde treten sollte. Ihre drei Freundinnen, selbst Opfer der unehrlichen Moral, geben ihr Kraft und Beistand, als Martha beginnt, ihren Jugendtraum als Miederwarenschneiderin in ihrem kleinen Dorfladen zu verwirklichen. Dass ihr Sohn Dorfpfarrer ist, verschärft die Situation, zumal auch der Bürgermeister mächtig Druck macht. Dessen Eltern schlagen sich bald auf die Seite der Rebellin, als sie erfahren, dass ihr Sohn und Hoferbe die noch rüstigen Eltern ins betreute Wohnen verfrachten will, um deren Wohnung in Fremdenzimmer umwandeln zu können.

Das Happyend für Martha besteht aus dem Erfolg für ihr Miederwarengeschäft, der Entlarvung des mit zwei Gesichtern behafteten Bürgermeisters und der Reue des Dorfpfarrers, der eine Affäre mit einer anderen Frau hatte.

Das Fazit des Films „die Eigenständigkeit möglichst lange zu bewahren, falls es die Gesundheit erlaubt“ unterstützte auch Frau Dr. Judith Schoch, als Diskutantin im Gespräch mit dem Moderator Benno Homann. Wichtig sind im Alter das Ausüben des Steckenpferds und das Ausleben der Träume, auch wenn man nicht auf einen Jugendtraum zurückgreifen kann, sagte die Fachfrau von der Caritas Bruchsal die auch für die Gemeinde Kronau die „Wohnraumanalyse im Alter“ zuständig ist. „Träume,“ sagte Frau Schoch weiter, „sind eine starke Motivation auch im Alter und eine gute emotionale Unterstützung“.

Mit dem Film „Heute bin ich blond“ folgte am Kerwemontag eine Bestsellerverfilmung von Max Rothemund. Hier wurde das Schicksal der jungen Sophie dargestellt, die als 21jährige mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert wird und gegen das Schicksal rebelliert. Sie macht die Therapien mit allen Gemütswandlungen durch, ersetzt den Haarverlust durch neun verschiedene Perücken. Obwohl sie nach einer Exzess-Nacht einen Zusammenbruch erlebt, besiegt die junge angehende Studentin den Krebs, während andere Personen, die sie bei ihrem Klinikaufenthalt, wie der 80jährigen Mann, ein achtjähriger Junge und eine Altersgenossin von Sophie diesen verlieren.

Hier glaubt man nicht alles, was nach einer Autobiografie von Sophie von der Strap geschriebene Drehbuch weismacht. Auch der Diskutant nach diesem Film, Andreas Ihrig (Leiter der Psychoonkologie der Krebsberatungsstelle Nordbaden) erklärt dem Moderator und dem Publikum: „Eigentlich zieht es dem Patienten der die Diagnose Krebs erfährt, den Boden unter den Füßen weg“. Man braucht in der Therapie und vor allem bei der Chemotherapie, alle Kraft. „Wichtig sind Menschen, Familie und Freunde, die Patienten über die vielen emotionalen Schwankungen hinweg helfen“.
Und neun Perücken zahlt beim Haarausfall nach der Chemotherapie keine Krankenkasse.

 
 

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